Kann ich Medialität lernen oder muss ich dazu bestimmt sein?
Warum mediale Gaben keine Auserwählung brauchen und wie du deinen eigenen Zugang findest.
Kann ich Medialität lernen, oder muss ich dazu bestimmt sein? Diese Frage geistert ganz vielen Menschen im Kopf herum, und meistens steckt dahinter die Antwort: Nein, ich bin nicht dazu bestimmt. Auch wenn die Frage sehr sachlich klingt, schwingt genau das darunter mit. Deshalb möchte ich sie mit dir in mehreren Bereichen anschauen.
Woher die Idee der Bestimmung kommt
Sie kommt von den Bildern, die wir im Kopf haben. Es gibt dieses geborene Medium, es gibt die alte Frau im Dorf, die diese Gaben hat. Gaben, die wie ein Blitz vom Himmel fallen. Das sind Geschichten, die wir irgendwann gehört haben und die in unseren Köpfen herumschwirren.
Dazu kommt, dass es von ganz vielen so erzählt wird: Ja, ich habe das schon seit Kindertagen, schon seit immer. Das klingt besser und professioneller, wie eine Gabe, die einfach da ist.
Zwei Gruppen von Menschen
Ich sehe es anders. Ich sehe zwei Gruppen von Menschen. Die einen haben diese Gabe seit ihrer Kindheit. Die zweite Gruppe öffnet den Zugang zur Medialität und zu all diesen Gaben erst im Erwachsenenalter, wenn eine bestimmte Phase des Lebens anbricht: wenn du Fragen stellst, nicht mehr im Hamsterrad weitermachst und das Gefühl hast, da ist noch mehr, das du in deinem Leben noch nicht lebst.
An diesen Stellen stehen oft Krisen. Ist der Job noch der richtige? Ist der Partner noch der Richtige? Sind meine Freunde noch die Richtigen? Wohne ich noch am richtigen Ort? Das sind existenzielle Fragen. Meistens kommt diese Phase um die 40 herum, bei manchen schon früher, bei anderen später. Dann stellt sich die Frage, wie es in meinem Leben jetzt noch weitergeht. Genau da öffnet sich der Weg in die Spiritualität und in die Medialität, und du beginnst, deine Gaben wieder zu entdecken.
Kinder kommen offen auf die Welt
Ich nehme wahr: Die Menschen aus der ersten Gruppe haben ganz einfach weniger weggemacht. Mehr mediale Gaben haben sie nicht. Fast alle Kinder kommen mit dieser medialen Offenheit auf die Welt und drücken sie auch aus. Sie lernen aber, dass man darüber nicht spricht, weil es komisch oder unheimlich ist, und dann wird es leiser.
So war es vor allem bis in meine Generation. Das ändert sich mehr und mehr. Junge Mütter und Väter, die selbst den Weg der Spiritualität gehen, wollen, dass ihre Kinder offen bleiben. Die Kinder dürfen es sagen, wenn sie Freunde haben, die andere Menschen gerade nicht sehen, oder wenn sie etwas sagen, das erwachsen klingt, obwohl sie gerade erst drei Jahre alt sind.
Du holst etwas zurück
Wenn du erwachsen bist, holst du etwas zurück. Ich kann das so genau beschreiben, weil ich es selbst so erlebt habe. Es begann in einem Seminar, als der Trainer erzählte, dass seine Tochter sich in der Schule, wenn sie sich langweilt, die Aura der Lehrerin anschaut. Da habe ich mich gefragt: Aura schauen, was ist denn das? Das schaue ich mir an. So hat sich der Weg gebahnt, und es hat sich herausgestellt, dass es ganz leicht geht. Ich habe gelesen, wie Aura schauen geht: Hand vor ein weißes Tuch halten, und dann konnte ich meine Aura sehen. Mir war völlig klar, dass das eine Fähigkeit ist, die ich schon habe, die ich aber bis dahin nicht bewusst hatte und deshalb auch nicht genutzt hatte. Von da an habe ich mich auf alles Mögliche eingelassen und es für mich erforscht.
Deshalb finde ich es schwierig, mit Worten zu arbeiten wie: Dann schaltest du das frei, oder dann machst du einen Download. Das klingt, als käme es von irgendwoher und wäre etwas ganz Besonderes: Wenn ich auserwählt bin, kann ich den Download machen, und wenn nicht, eben nicht. Ich nehme es anders wahr. Worte wie dann aktivierst du das, dann trainierst du das, dann übst du das, dann erkennst du, dass du diese Gabe hast, beschreiben treffender, was geschieht, wenn du auf dem Weg in die Medialität bist und zur zweiten Gruppe gehörst.
Was bei jedem Menschen anders ist
Natürlich gibt es Unterschiede, wir sind nicht alle gleich. Der erste Unterschied ist der Kanal, den du verwendest und der deiner ist. Die einen empfangen Bilder, andere eher Worte, sie haben den auditiven Kanal, das Hellhören. Andere wissen einfach, das Hellwissen, oder fühlen. Über welchen Kanal du mediale Informationen empfängst, ist unterschiedlich.
Unterschiedlich ist auch das Tempo. Bei manchen geht es super schnell, da ist in vier Wochen alles da. Bei anderen dauert es länger, vielleicht ein Jahr. Das ist wie beim Erlernen eines Musikinstruments: Manche Dinge gehen bei manchen Menschen schneller, andere müssen länger dranbleiben.
Der dritte Unterschied hat mit einem Rückstau zu tun. Was lange weggemacht worden ist, braucht manchmal länger, bis es wieder hervortritt. Da darfst du freundlich und geduldig mit dir selbst sein.
Welcher Kanal bei dir der lauteste ist
Ich nehme wahr, dass es um eine andere Frage geht: Welcher Kanal ist bei dir der lauteste? Das Wort trifft es nur ungenau, denn häufig ist genau der Kanal, über den du Informationen empfängst, gerade der leiseste, den du gar nicht auf dem Schirm hast.
In der normalen 3D-Welt läuft zum Beispiel vieles über den visuellen Kanal, und dann erwartest du, dass du Informationen und Bilder sehen musst. Oder du hörst von anderen medialen Menschen, dass sie Bilder oder Worte empfangen, und willst unbedingt Bilder oder Worte empfangen. Vielleicht ist dein Kanal aber das Fühlen, ein ganz leiser Kanal, der sich nur fein in deinem Leben bemerkbar macht. Liegt deine ganze Aufmerksamkeit darauf, Bilder zu sehen, und du siehst keine, hat dieser Kanal es schwer, in dein Leben hineinzukommen.
Was du tun kannst
Mach kleine Schritte, einen nach dem anderen. Üben gehört dazu. Du kannst deinen eigenen Zugang zur anderen Seite, zur Dimension, kreieren: Probiere verschiedene Methoden für dich aus, schau, mit welcher du dich wohlfühlst und mit welcher nicht, und folge dir dabei ein Stück weit selbst. Welches Thema zieht dich wirklich an? Was ist spannend? Da kannst du hineingehen.
Warum Fehler dazugehören
Mach dich darauf gefasst, dass es am Anfang nicht oder nicht leicht geht oder dass du Fehler machst. Das hat damit zu tun, wie wir als physische Menschen in der 3D-Welt leben. Wir haben alle in der Schule gelernt: Fehler machen ist etwas Schlimmes, Fehler machen ist falsch, das wird rot angekreuzt. Im Diktat stand am Rand, wie viele Wörter falsch waren: drei Wörter, fünf Wörter. Wie viele du richtig geschrieben hast, wurde nicht aufgeschrieben. Diese Konditionierung sitzt tief.
Auch wenn du dich an eine mediale Fähigkeit oder eine neue Methode heranwagst, ist der erste innere Wunsch: Ich möchte keinen Fehler machen, ich möchte mich nicht damit zeigen, dass ich es noch nicht kann. Genau an dieser Stelle ist der mediale Weg auch ein persönlicher Weg. Wenn das bei dir so ist, darfst du hinschauen: Wie geht es dir in der normalen physischen Welt damit, wenn du etwas nicht kannst, wenn etwas nicht sofort geht, wenn du einen Fehler machst oder eine Information bekommst, die anders ist? Der mediale Weg ist eng mit dem Weg deiner persönlichen Weiterentwicklung verbunden. Dafür braucht es ein bisschen Geduld und vor allem Freundlichkeit. Sei freundlich und liebevoll mit dir selbst auf diesem Weg.
Warum Meditation hilft
Etwas, das ich dir noch ans Herz lege und das sehr hilfreich ist, ist das Meditieren. Du musst dich dafür nicht jeden Tag eine Stunde hinsetzen. Fünf oder zehn Minuten reichen, in denen du in die Ruhe hineinkommst.
Meditation ist so wertvoll, weil du darin vor allem deinen Geist schulst. Sie ist wie eine Schule des Geistes. Du beginnst, dich selbst zu beobachten, und bekommst mit, was in deinem Geist, in deinem Körper und in deinen Gefühlen los ist. Dann lernst du, damit umzugehen: es da sein zu lassen, wahrzunehmen, anzunehmen und dich nicht sofort dafür zu kritisieren oder zu geißeln. Du nimmst einfach wahr: Ah, jetzt bin ich wieder bei der Einkaufsliste gelandet, obwohl ich hier sitze und auf meinen Atem achten wollte.
Darin liegt die Fähigkeit zu unterscheiden, was dein eigenes Ego ist und was von einer größeren, höheren Wahrheit kommt. Meditation ist ein sehr hilfreiches Instrument, um dir selbst auf die Schliche zu kommen: zu erkennen, wann dein Ego durchkommt, weil es eine Information haben will oder denkt, jetzt muss etwas kommen. Je besser du dich in diesem Prozess kennenlernst und unterscheiden lernst, was dein Ego ist und was die Information, die wirklich kommt, desto mehr kannst du es steuern, zum Beispiel indem du abbrichst, wenn es nicht passt.
Was sich nicht steuern lässt
Ein letzter Punkt: Du kannst nicht steuern, welche Informationen du bekommst. Wenn deine Idee ist, dass du dich verbindest und dann eine ganz bestimmte Information bekommst, dir diktiert wird, wie dein Leben geht, was du tun musst, was der nächste Schritt ist, welchen Job du machen oder welchen Partner du wählen sollst, dann wird das so nicht gehen. Du kannst nicht kontrollieren, was von der anderen Seite an Informationen hereinkommt. Lernen kannst du das Hinhören, das Hinschauen, das Hinfühlen und Hinspüren, das Dich-Öffnen für die Information, die hereinkommen will.
Essenz: Medialität kannst du aktivieren, trainieren und üben – du holst etwas zurück, das schon in dir ist.
Mehr zum Vertiefen deiner medialen Wahrnehmung
Zwischen den Welten – Valeria Told
Mein Name ist Valeria Told und ich stehe für eine geerdete, freiheitliche Mystik. Als ehemalige Intendantin bringe ich pragmatische Struktur und klare Ausrichtung in die Welt der Medialität. Seit 2016 erforsche ich erweiterte Bewusstseinszustände aktiv mit meinem Kanal zum Nicht-Physischen, Devinaya.
Als mediale Mentorin begleite ich dich dabei, deine eigenen Kanäle sicher zu öffnen, deine medialen Fähigkeiten zu entfalten und deine wahre Bestimmung in die Welt zu tragen. Damit du in deinem Erwachensprozess tiefer gehen und deine spirituellen Potenziale voll und ganz leben kannst.

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