Getrennt und verbunden zugleich — wie geht das zusammen?

Getrennt und verbunden zugleich — wie geht das zusammen?

Warum Spaltung und Einheit kein Widerspruch sind, warum du die Verbindung nicht erzwingen kannst — und warum sie schon da ist, sobald du aufhörst, sie zu wollen.

Ich möchte einen Gedanken mit dir teilen zum Thema Spaltung, getrennt sein und verbunden sein — weil gerade jetzt, aber vor allem in den letzten Jahren, viele Menschen viel davon erlebt haben und auch darunter leiden, weil diese Spaltung und diese Trennung ziemlich tief in unser Leben hineingreift. Wir haben die Covid-Zeit erlebt, es gibt unterschiedliche Meinungen zur Energiewende, unterschiedliche Meinungen im Bereich Politik, unterschiedliche Meinungen zu Inflation und Geldthemen — alles Mögliche. Diese Spaltung reicht so weit in unser Leben hinein, dass wir sie bis in die Familien hinein spüren: dass wir dort unterschiedlicher Meinung sind, dass wir uns nicht wohlfühlen, oder dass wir Menschen suchen, die uns gleichgesinnt sind, weil wir glauben, dort aufgehoben zu sein — und uns damit von den Menschen absondern, die einfach ein anderes Weltbild, eine andere Meinung, eine andere Landkarte im Kopf haben. Dadurch gehen wir aber immer tiefer in diese Trennung hinein. Und gleichzeitig sprechen viele Menschen von Einheit, von Liebe und von Verbundenheit.

Und die Frage ist: Wie geht das zusammen — Getrenntheit und gleichzeitig Verbundenheit? Rein logisch erklärt, wäre es ganz einfach: Ich überwinde die Trennung, dann bin ich verbunden. Nur der Anspruch, den wir oft haben, ist ein anderer: dass ich bei meiner Position bleibe und du deine veränderst. Dadurch sind wir dann verbunden — und das geht natürlich nicht.

Dazu ein Gedanke, der mir wichtig ist: Gut und schlecht, richtig und falsch, hell und dunkel, Nähe und Distanz — all das existiert nur hier, auf der Erde. Selbst wenn du Einheit erfährst, bleibst du als Mensch auf dieser Erde. Du gehst wieder einkaufen, führst Gespräche, triffst Entscheidungen, hast Gefühle. Die Dualität bleibt. Wenn du auf dem spirituellen Weg bist, löst sich diese Dualität nicht auf — aber du steigst nicht mehr vollständig in das Spiel der Trennung ein. Das ist das, was oft als der mittlere Weg beschrieben wird, und der macht vieles leichter: Du hörst auf, dem Guten hinterherzujagen, und du hörst auf, das Schlechte unbedingt loswerden zu wollen. Du hast am eigenen Körper erfahren, dass alles kommt und geht — und genau deshalb kannst du mit jedem Zustand sein.

Das eine ist eben, dass wir auf dieser Erde wirklich hier sind, um diese Dualität, diese Trennung zu erfahren. Das ist eine Grundvoraussetzung, weshalb wir überhaupt hier inkarniert sind. Und gleichzeitig hegen wir diesen starken inneren Wunsch nach Verbindung, nach Liebe, nach Geborgenheit, nach In-Kontakt-Sein. Die Schwierigkeit entsteht häufig genau dann, wenn wir das zu stark wollen — wenn wir einen intensiven Willen entwickeln, in die Verbindung hineinzugehen, sodass es gerade dadurch gar nicht mehr geht. Denn dann erlebst du nicht mehr die Qualität der Verbindung, sondern die Qualität des Wollens, des Willens. Und dadurch bleibst du wie in einem Zwischenteil hängen — bleibst letzten Endes in dieser Getrenntheit wirklich drinnen stecken.

Wenn es aber darum geht, dass wir genau hier sind, um diese Getrenntheit zu erfahren und in dieser Getrenntheit die Verbindung zu entdecken, zu erlauben — dann bedeutet das, dass diese Verbindung auch schon alles hier ist, schon da ist. Genauso wie die Trennung hier ist, ist auch die Verbindung da. Wir brauchen also gar nicht diesen Zwischenschritt, diesen Willen, der uns eher noch weiter von der Verbindung wegbringt. In der Trennung liegt eben auch die Verbindung.

Und in dem Moment, in dem du diese Erkenntnis hast — dass diese Verbindung, diese Einheit, dass das alles schon da ist —, liegt diese Verbindung dann auch in der Trennung drin. Es ist so: Alles ist, und dadurch darf diese Trennung sein. Du wirst mitfühlender, offener für all das, was andere Menschen anders denken, anders haben wollen, anders leben, ohne dass es dir gleich den Kopf verdreht. Und damit kannst du die Menschen einfach sein lassen — genauso, wie du dich selbst auch sein lässt. In dieser Akzeptanz öffnet sich dieses Tor: Die Einheit ist bereits drinnen, alles darf sein.

Wenn alles sein darf, bedeutet das aber nicht, dass du deswegen untätig wirst und dich einfach zurücklehnst, nach dem Motto: Lassen wir die Welt eben untergehen. Damit ist nur gemeint, dass du aus diesem Kampfmodus herausgehen kannst — aus dieser Qualität des Kampfes: Ich will, dass es genau so ist. Ich habe recht, du bist schuld, weil ich recht habe, weil ich richtig liege, müssen wir meine Variante umsetzen. Solange dieser Wille, diese Kampfenergie da ist, hat das nichts mit Verbindung zu tun. Wenn du wahrnimmst, dass in diesem Feld alles da ist und alles seine Berechtigung hat, musst du nichts mehr verändern — doch du kannst. Und dadurch entwickelst du eine ganz andere Qualität von Veränderung: weil du dem anderen erlaubst, so zu sein, wie er ist, weil du dir selbst erlaubst, so zu sein, wie du bist. Dadurch findet ein Zusammenkommen statt, weil die Einheit auch in dieser Vielfalt drinnen ist. Das ist wirklich der spirituelle Weg, auf dem du unterwegs bist — und der macht vieles wirklich leichter.

Genauso, wie es eben gerade stand: Die Dualität bleibt. Es geht nicht darum, die Dualität hier auf dieser Erde zu beenden. Doch es geht darum, dass du in dieser Dualität gut sein kannst — dass du Mitgefühl für dich und für andere Menschen in dieser Dualität entwickelst, und dass du dadurch in ein inneres Handeln kommst, das nicht mehr von Kampf geprägt ist, sondern von Verständnis, von Mitgefühl, von Dialog und vom gemeinsamen Weitertragen.

Wir sind hier, um Getrenntheit zu erfahren — und darin Verbindung zu entdecken.

Zwischen den Welten – Valeria Told

Mein Name ist Valeria Told und ich stehe für eine geerdete, freiheitliche Mystik. Als ehemalige Intendantin bringe ich pragmatische Struktur und klare Ausrichtung in die Welt der Medialität. Seit 2016 erforsche ich erweiterte Bewusstseinszustände aktiv mit meinem Kanal zum Nicht-Physischen, Devinaya.

Als mediale Mentorin begleite ich dich dabei, deine eigenen Kanäle sicher zu öffnen, deine medialen Fähigkeiten zu entfalten und deine wahre Bestimmung in die Welt zu tragen. Damit du in deinem Erwachensprozess tiefer gehen und deine spirituellen Potenziale voll und ganz leben kannst.

Valeria Told lächelnd auf einer Terrasse, Portrait für die Wer-bin-ich-Sektion

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